Sonntag, 20. Oktober 2013

Pilzwoche Teil 2: die Zubereitung (Pochiertes Ei mit Maronen, Hirschgulasch, Filetsteak mit Pilzsoße)

 

Nachdem ich mich von dem langen Sammel- und Putzabenteuer der Pilzaktion gestern erholt habe, wurde heute nun endlich der Herd angeschmissen.
Dieser Artikel widmet sich unterschiedlichen Arten den Pilz als Star eines Gerichts darzustellen.

Wer äußerst erfolgreich beim Sammeln war muss sich überlegen, wie er die Ernte haltbar macht. Man kann Pilze prinzipiell einfrieren - aber ich finde die Kosnistenz beim weiterverarbeiten nicht besonders angenehm. Durch den hohen Wasseranteil des Pilzes an sich, wird beim wieder auftauen oder gefrorenen braten keine feste oder knusprige Konsistenz mehr erreicht.
Eine weitere Möglichkeit ist es ein Pesto zu machen. Dies habe ich bisher nur mit Champignons ausprobiert. Sehr zu empfehlen ist dafür dieses Chefkochrezept.



Ich habe mich dazu entschieden die Pilze zu trocknen. Wer große Heizungen hat oder einen
Heizkeller, kann die Pilze kleinstückig geschnitten einfach lose auf Blechen verteilen (Backpapier o.ä. nicht vergessen, sonst klebt später alles) und dort über mehrere Tage sanft trocknen lassen. Alternativ können sie in dünne Scheiben geschnitten auf Garn gefädelt und im Dachboden oder Heizkeller aufgehangen werden.



Da ich in einer Mietwohnung residiere und weder Heizkeller noch Dachboden habe, habe ich mich für das Trocknen im Backofen entschieden. Dazu die Pilze in kleinere Scheiben oder Stücke schneiden, auf Blechen verteilen und bei 50° (bei mir einfach Minimaltemperatur) Umluft in den Ofen Schieben. Die Ofentür nicht ganz schließen, sondern einen kleinen Spalt offen lassen (einfach einen Holzkochlöffel dazwischen stecken). Das dauert nun so etwa 3-4 Stunden. Jede Stunde die Pilze etwas bewegen, so dass alle Seiten trocknen. Die Pilze sind erst richtig trocken, wenn sie nicht mehr glänzen, wesentlich kleiner geworden sind (da ja das Wasser verdampft ist) und sie rascheln wie Papier.
Man kann sie nun in Metalldosen oder Einmachgläsern lagern.

Um die getrockneten Pilze weiterzuverwenden werden sie in lauwarmem Wasser mindestens 30 Minuten eingeweicht. Anschließend ausdrücken und weiterverwenden wie geplant (z.B. braten). Sie sollten allerdings nur gut durchgegart verzehrt werden!

Für den direkten Verzehr gibt es wunderbare weitere Möglichkeiten.
Eine Waldpilzcremesuppe (natürlich auch als Champignoncremesuppe) macht sich zum Beispiel sehr schnell.
Hierzu braucht man nur wenig. Zunächst eine Zwiebel in etwas Butter andünsten, ein halbes Pfund Pilze in Stücke schneiden und mitbraten, salzen und pfeffern. Wenn die Pilze gar sind mit Mehlabstäuben, mit Weißwein ablöschen, ca. einen Liter Gemüsebrühe aufgießen und alles etwa 20 Minuten köcheln lassen. Anschließend pürieren, mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen, einen guten Schuss Sahne aufgießen und kurz aufkochen lasse. Wer das ganz fein haben möchte, kann die Suppe noch durch ein Sieb passieren um auch die feinen Pilzstückchen zu filtern.

Ich habe mich auf drei leckere Zubereitungen diese Woche beschränkt. Die geschmacklich größte Überraschung war dabei mein Waldfrühstück.

Pochiertes Ei mit geröstetem Graubrot, gebratenen Maronen und Kürbiskernen
 
Hierzu als erstes einen Topf mit Wasser aufsetzen und zum kochen bringen. Währenddessen werden die Maronen in etwas Butter scharf gebraten (Achtung! nicht zu viel in die Pfanne geben, sonst wässern die Pilze sehr stark und sondern schleimige Flüssigkeit ab - nicht sehr lecker), gesalzen und gepfeffert. Kurz vor Ende der Bratzeit etwa einen Esslöffel Kürbiskerne dazugeben und kurz mitrösten. Nun die Flamme ausschalten, die Pilze an den Pfannenrand schieben und in der Resthitze der Pfanne das Brot anrösten.
In das siedende Wasser etwas Salz und einen Schuss Essig geben. Ein Ei aufschlagen und in eine Kelle geben. Mit einem Schneebesen das Wasser rühren, so dass ein Strudel in der Mitte entsteht. In diesen Strudel nun vorsichtig das Ei geben. Der Effekt sollte sein, dass durch den Wasserstrudel das Eiweiß um das Eigelb dreht und dadurch das Eigelb einhüllt. Das Ei sollte nun für etwa 2,5 Minuten kochen. Anschließend mit einer Schöpfkelle herausnehmen und alles auf einem Teller drappieren. Bestenfalls sollte das Eiweiß komplett gestockt sein, das Eigelb aber im Anschnitt zerlaufen.
So richtig perfekt klappt es bei mir auch noch nicht, aber nach dem dritten Anlauf komme ich der Sache optisch langsam näher. Geschmacklich ist die Kombination allerdings unschlagbar!

Freitag war ich nochmal im Wald und habe mit Janet zusammen nochmal ein paar Maronen gesammelt. Als Belohnung für den Tag an der frischen Luft und all die Kletterei im Nadelwald gab's Abends ein herrliches Menü bestehend aus einer Butternut-Kürbiscremesuppe und einem edlen


Hirschgulasch mit Waldpilzen

Wir brauchen:
- 500g Hirschgulasch (oder Rehkeule oder Wildschweingulasch)
- 1 große Zwiebel
- Butterschmalz
- etwa eine halbe Flasche Rotwein
- zwei handvoll getrocknete Pilze (ich habe Maronen, Parasol und Steinpilze verwendet)
- Nelken, Lorbeer, Piment, evtl. Wacholder
- 1 EL Tomatenmark
- etwas Mehl oder die persönlich bevorzugte Variante zum Abbinden
- wer mit dem Wildgeschmack nicht so vertraut ist kann das Fleisch 12-24 Stunden vor der Zubereitung in etwas Buttermilch marinieren (ich habe Buttermilch und Rotwein, sowie 3 Nelken, 4 Pimentkörner und 2 Lorbeerblätter für die Marinade verwendet und alles etwa 10 Stunden ziehen lassen)
- etwas getrockneten Thymian und Majoran
- etwa 2 EL (Wild-)Preiselbeeren aus dem Glas
- 500g Maronen oder andere Pilze (besonders lecker sind auch Pfifferlinge) 
- Salz und Pfeffer

Zunächst die getrockneten Pilze in etwa einem halben Liter lauwarmen Wasser einweichen (ca. 30 Minuten).
Die Zwiebel fein würfeln und in einem großen Topf in etwas Butterschmalz bei nicht zu hoher Hitze langsam glasig braten. Währrenddessen eine große Pfanne aufsetzen und das Gulasch in mehreren Portionen scharf anbraten und zur Seite stellen. Die eingeweichten getrockneten Pilze ausdrücken und mit den Zwiebeln braten. Etwas Thymian und Wacholder, 2 Nelken, 2 Lorbeerblätter, 4-5 Pimentkörner und 3 Wacholderbeeren dazugeben. Nun das Tomatenmark mit einrühren und kurz anrösten. Das Fleisch dazugeben und gut verrühren.
Man kann (!)  jetzt etwas Mehl dazu geben um direkt mit einer dickeren Konsistenz zu arbeiten. Ich habe michb dagegen entschieden, da ich nicht riskieren wollte, dass mir alles ansetzt bei der langen Schmorzeit und habe zum Schluss Soßenbinder verwendet (nicht die Variante der Haute Cuisine, ich weiß - aber ich bin halt Lipper und mag meine Soßen etwas dicker ;)).
Ob mit oder ohne Mehl, hier wird jetzt der Rotwein aufgegossen und vom Einweichwasser der getrockneten Pilze soviel zugegeben, dass das Fleisch knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist. Die Preiselbeeren dazugeben. Einen Deckel auf den Topf setzen, aufkochen lassen und den Herd auf die kleinste Stufe stellen. Das Gulasch darf jetzt gute 2,5 Stunden köcheln. Zum Schluss die Pilze in einer Pfanne scharf anbraten und zum Gulasch geben. Ggf. nun abbinden und mit Salz und Pfeffer würzen. Bei uns gab es dazu Spätzle und auf dem Teller wurde alles mit ein wenig Créme Fraîche verziert.

Tatsächlich habe ich bei einer meiner Waldwanderung ja sogar ein paar Steinpilze erhaschen können und die gab es separat von den anderen Pilzen in einem Gericht, dass im Restaurant sicherlich an die 20 Euro und mehr gekostet hätte - und ich hatte tatsächlich alles einfach dafür da.



Filet Mignon mit Whiskey-Pilzrahm, Kartoffelgratin und sautierten Steinpilzen
 

Wie man ein Steak richtig brät habe ich ja HIER bereits ausführlich erklärt. In diesem Fall war es ein Rinderfiletsteak aus dem vorderen, schmaleren Teil des Filets, alsoein Filet Mignon, von etwa 180g und guten 3cm Höhe. Ich habe es rund herum von allen Seiten sehr scharf in etwas Butterschmalz angebraten und im Ofen auf dem Rost bei etwa 120°C ungefähr eine halbe Stunde nachziehen lasse.

Die Soße war mein kleines Highlight, da sie aus der Not geboren wurde und unglaublich lecker wurde.

Whiskey-Pilzrahm

Wir brauchen (Achtung die Menge bezieht sich wirklich nur auf 1-2 Portionen):
- eine kleine Zwiebel
- einen Stich Butter und etwas Öl
- etwa 2 EL getrocknete Pilze (ich hatte je 1 EL Parasol und Maronen)
- einen guten Schuss Scotch (ich habe Tullamore verwendet)
- einen Spritzer Zitronensaft
- Salz und Pfeffer
- 2 EL Creme Fraîche und einen Schuss süße Sahne

Zunächst die Pilze in 250ml lauwarmem Wasser für ca. 30 Minuten einweichen.
Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter vermischt mit einen Spritzer Öl (damit die Butter nicht so schnell bräunt) anbraten. Bei mittlerer Temperatur langsam sehr glasig braten bis die Zwiebel leicht bräunt. Die Pilze ausdrücken, zu der Zwiebel geben und ein paar minuten mitbraten. Dies nun mit einem guten Schuss Scotch ablöschen (ca. 4cl) und den Whiskey ganz reduzieren lassen. Nun das Einweichwasser der Pilze dazugeben und alles kräftig kochen lassen, bis auch das Wasser stark reduziert ist. Die Soße pürieren (muss nicht unbedingt, gibt aber Bindung). Jetzt sollte die Soße recht breiig sein. Hier nun die Creme Fraîche einrühren und mit etwas Sahne die gewünsche Zielkonsistenz herbeiführen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Kartoffelgratin

Wir brauchen (für 2 gute Portionen):
- 500g Kartoffeln
- 125ml Sahne
- 125ml Milch
- 1 Knoblauchzehe
- etwas Butter
- Salz und Pfeffer
- etwas Thymian oder Rosmarin
-ggf. etwas Käse (ich habe Cheddar gerieben)

Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden (nicht hauchdünn aber so etwa 2-3mm). Die Sahne und Milch zusammen mit der Knoblauchzehe, etwas Salz und etwas Pfeffer aufkochen. Hier die Kartoffelscheiben hinzugeben und bei mittlerer Hitze 10 Minuten mitköcheln.
Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Auflauf-/Gratinform ausfetten und die Kartoffeln mit der Sahne-Milchmischung hineingeben. Die Knoblauchzehe wieder herausfischen. Ein paar Butterflocken und wer möchte etwas Käse darüber geben und alles für ca. 30 Minuten backen.

Die Steinpilze habe ich nur in etwas Butter gebraten und nicht mit der Soße vermengt.
Absolut lecker!

Kulinarisch war meine Woche also wie man sieht sehr erfolgreich. 
Da das Wetter sich grad so viel Mühe gibt ein perfektes Klima für die aromatischen Waldschätze zu schaffen, gehe ich vielleicht in der kommenden Woche nochmal 'in die Pilze'.
Wer jetzt auch auf den Trichter gekommen ist oder das Thema generell interessant findet kann auch einen Blick in die aktuelle Ausgabe der Vita50Plus werfen - da ist eine Kolumne von mir zu dem Thema zu finden und außerdem mein Rezept für ein leckeres Waldpilzrisotto. 

Weidmanns Heil!
xoxo
Gwen
 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Einfach, schnell und lecker: Herbstsalat

Eigentlich bin ich ja grade im Pilzrausch aber mal zwischendurch habe ich ein pilzfreies Mittagessen gezaubert, das ich so schön gelungen finde und euch mitteilen möchte.

Herbstsalat mit gebratenem Huhn und Pflaumen





Wir brauchen:
- zwei handvoll grünen Salat (was das Herz begehrt)
- ein Stück Hähnchenbrust
- 2 Pflaumen
- einen EL Sonnenblumenkerne

- neutrales Öl (Erdnuss, Sonnenblumen o.ä.)
- Sesamöl
- Pfirsich Balsamessig (oder ein anderer fruchtiger Balsamessig)
- Honig
- scharfen Senf
- Salz und Pfeffer


Eine Pfanne aufsetzen und etwas Öl hineingeben. Die Hähnchenbrust braten, salzen und Pfeffern. Wenn es gar ist kurz auf einem Arbeitsbrett ruhen lassen.
Währenddessen den Salat in feine Streifen schneiden und auf einem Teller anrichten. Die Pflaumen halbieren, entkernen und in sehr dünne Spalten schneiden. Über dem Salat verteilen.
in einem Gefäß 1 EL neutrales Öl mit 1 EL Balsamessig und 1 TL Sesamöl vermischen. Hier einen TL Honig und einen TL Senf kräftig unterrühren (so, dass sich der Senf komplett auflöst). Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing über dem Salat verteilen.
Das Huhn nun entgegen der Faser in Tranchen schneiden und auf den Salat legen. Die Sonnenblumenkerne darüber streuen (man kann sie auch anrösten). Alternativ passen auch Sesamkörner wunderbar.

So viel zu einem schnellen Mittagessen. Als nächstes geht es hier mit Rezepten rund um meine gestrige Pilzausbeute weiter!

xoxo
Gwen

Montag, 14. Oktober 2013

Fotostrecke: Waldspaziergang mit Pilzsammelfreude!




Endlich hab'  ich's getan. 

Seit Jahren wollte ich mal Pilze sammeln gehen und heute haben sich meine Tante und mein Onkel erbarmt mit mir in den Wald zu gehen.
4 Stunden später waren wir tonnenweise Maronen reicher - und sogar 4 Steinpilze wurden gefunden.
Im Moment trocknen zwei Bleche im Ofen und es brutzelt eine Pilzpfanne auf dem Herd. Morgen gibt's ein Hirschgulasch mit Waldpilzen und was mit dem Rest passiert weiß ich noch nicht genau.
Für heute bin ich zu kaputt um Rezepte zu tippen, aber eine Fotostrecke mit Impressionen meines heutigen Abenteuers möchte ich euch nicht vorenthalten!






Pilzgalerie


 Ein Männlein steht im Walde... Fliegenpilz! Giftig, aber wunderschön


 Keine Ahnung, was das ist. Sicherheitshalber nicht gesammelt.

 2 Beispiele der aromatischen Maronen. Zu erkennen am dunklen Hut und dem Schwamm, der sich auf Druck bläulich verfärbt.

 Rotkappen

 Maronen wachsen nie alleine.Wo einer ist, sind garantiert noch mehr.


 Grünspan-Träuschling
 Hallimasch
 vermutlich irgendein Tintling


 noch mehr Fliegenpilze
 Steinpilz
Keine Ahnung
 Parasol

 Ausbeute

Ob meine Hände jemals wieder sauber werden, zweifle ich im Moment noch an aber der Tag hat sich auf jeden Fall gelohnt!

xoxo
Gwen


Montag, 7. Oktober 2013

Rachel's Mom's Chewy Chocolat Chips Cookies



Wer mich kennt, weiß von meiner leicht anglophilen Neigung. Diese liegt offenbar in der Familie, denn auch das Herz meines Bruders schlägt transkontinental. Praktischerweise kommt man so auch mal an hier eher unbekannte Dinge oder ein echt amerikanisches Familienrezept für die typischen Chocolat Chip Cookies. Das folgende Rezept habe ich von Rachels Mutter bekommen und nicht nur ausprobiert, sondern für meine Leserschaft aus dem angloamerikanischen Cupmaß in unser europäisches Raummaß übertragen.





American Chewy Chocolat Chip Cookies
 
Vorweg sei gesagt, wer wie ich auf das großartige Eis von Ben&Jerries in der Sorte 'Cookie Dough' steht, hat hier mit exakt den richtigen Teig dafür gefunden..
Aus Urheberrechtsgründen sei angemerkt, dass Ich mir vorbehalte einige Kleinigkeiten aus dem Originalrezept angeglichen zu haben.  ;)



Zutaten für 2 Bleche Kekse:
- 125g Butter (bitte nicht mit fettreduziertem Chemiespaß oder pseudogesundem Zungenverkleber á la Margarine ersetzen), am besten Zimmerwarm
- 100g weißer, feiner Zucker (also der gängige Haushaltszucker)
- 100g brauner Zucker (Rohrzucker)
- 1 Ei
- 1 Schuss Milch (geschätze 3 EL, die Milch dient nur dazu den Teig geschmeidiger zu machen)
- 1 TL Vanlliearoma (hiermit ist flüssiges Aroma bzw. Vanilleschotenextrakt gemeint, dies ist im amerikanischen Raum recht üblich. Frisches Vanillemark tut es aller Wahrscheinlichkeit nach auch; Vanillezucker ist vermutlich etwas zu mild im Aroma)
- 1 TL Salz (nicht weglassen und auch nicht zu vorsichtig mit der Menge sein!)
- 300g Mehl
-  1 TL Backsoda (Natriumhydrogencarbonat: gibt es als 'Baking Soda' in der internationalen Abteilung im Supermarkt; gelegentlich auch als Natron in der Backabteilung zu finden)
- 1 TL Backpulver (die amerikanische Zusammensetzung ist zwar etwas anders als unsere deutsche, die funktioniert aber genauso (FYI: Backpulver besteht aus Natriumhydrogencarbonat dem eine Säure hinzugefügt ist)
- 100g Chocolat Chips (entweder man kauft hier direkt zum backen geeignete Schokochips oder hackt selbst welche. Wichtig ist, dass die Schokolade einen Kakaogehalt von über 50% hat und nicht zu zartschmelzend ist. Zudem sollte sie nicht zu fein gehackt werden, da sie sich sonst beim backen wie Kakao mit dem Teigvermischt.)

Als erstes wird die zimmerwarme (also weiche) Butter mit den beiden Zuckern schaumig geschlagen (Handrührgerät, Knetaufsätze). Das Ei, die Milch, das Vanillearoma und das Salz hinzugeben und halbwegs cremig rühren. 
Das Mehl abwegen und dazu das Backsoda und das Backpulver geben und mit dem Mehl verrühren. Nun das Mehlgemisch in die vorbereitete Buttermischung streuen und auf hoher Stufe ein paar Minuten mixen, so dass ein gleichmäßiger, zäher Teig entsteht. Zum Schluss die Chocolat Chips einrühren (nicht mehr zu kräftig mixen, oder direkt per Hand einrühren, damit die Schokolade nicht zu klein wird). 
Den Teig jetzt für eine Stunde in den Kühlschrank packen (Eilige können ihn auch direkt weiter verarbeiten, aber erfahrungsgemäß werden die Kekse dadurch sehr flach und laufen auseinander).



Nach einer Stunde den Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen und die hälfte des Teiges auf ein Stück Backpapier geben. Mit hilfe des Papieres den Teig zu einer Rolle formen (etwa 3-4cm Durchmesser).

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und von der Keksteigrolle mit einem angefeuchteten Messer ca 1 - 1,5cm dicke Scheiben abschneiden und auf das Blech legen (achtung! zu allen Seiten gut 2 cm Platz lassen, da die Kekse sich noch ausdehnen).
Das Ganze jetzt für ca 15 Minuten backen (die Kekse werden dann gleichmäßig hellbraun, sind außen knusprig und innen noch saftig).

Wer diese Kekse als Halloweentreat backen will kann bei den noch heißen Keksen mit einem Zahnstocher die Schokolade etwas herausziehen und so Spinnenbeinchen auf die Kekse malen.. sieht mir schon fast zu echt nach meinem unliebsten Hausgast aus!

xoxo
Gwen






Mittwoch, 31. Juli 2013

Dear Carrot, meet Basil!

Heute poste ich euch ein von mir schon seit einigen Jahren immer mal wieder gekochtes Rezept:




Möhren-Basilikumtopf

Es gibt mehrer Varianten, wie man dieses Gericht zubereiten kann. Zum einen schmeckt die Soße als solche schon lecker und kann vegetarisch zu Pasta serviert werden (in diesem Falle könnte man sie auch durchpürrieren oder stampfen).
Meine bevorzugte Variante ist allerdings die für Karnivore. Entweder macht man einen Filettopf (dazu einfach Schweinefilet in Medaillons schneiden, scharf anbraten und in der Soße ziehen lassen) oder so wie in der hier vorgestellen Version ein Geschnetzeltes. Und das funktioniert wie folgt.

Wir brauchen:
(für etwa 4 Portionen)

- 1 Zwiebel
- 500g Möhren
- 500g Schweinerücken, ausgelöst ohne Kette (auch als Schweinelachs bezeichnet)
- 1 Bund Basilikum (wer einen Topf zuhause stehen hat nimmt einfach einige der größeren Zweige)
- 1 Liter Gemüsebrühe (kalte)
- ca. 100ml Sahne
- etwa 2 EL Mehl
- ein Stich Butter
- etwas Öl
- Salz und Pfeffer


Zunächst die Zwiebel schälen und fein würfeln. Einen nicht zu kleinen Topf (das gesamte Gericht sollte am Schluss reinpassen) aufsetzen und die Butter darin zerlassen. Etwas Öl dazu geben (damit die Butter nicht verbrennt) und die Zwiebeln darin braten bis sie glasig sind und leicht bräunen.

 
Währenddessen (oder für am Messer nicht ganz so flotte VORHER) die Möhren schälen und in gleichmäßige Scheiben schneiden. Die Scheibenstärke kann individuell angepasst werden. Je dünner desdo schneller sind sie gar, laufen aber auch Gefahr zu zerfallen.
Das Mehl unter die Zwiebeln rühren und mit etwas Brühe ablöschen (das funktioniert hier jetzt genauso wie bei einder Bechamèl, also nach und nach unter rühren Flüssigkeit zuführen und zwischendurch immer aufkochen lassen, bis es nicht mehr klumpt). Die Möhren dazugeben, restliche Brühe aufüllen (bei der Menge der Brühe ist nur wichtig, dass die Möhren bedeckt sind, damit diese auch garen) und mit geschlossenem Deckel ca. 10-15 Minuten kochen lassen.


In der Zeit das Fleisch zunächst in daumendicke Steaks schneiden und diese wiederrum in Streifen schneiden. Eine große Pfanne auf hoher Hitze aufsetzen und etwas Öl hineingeben. Hier drin nun in Portionen die Fleischstreifen scharf anbraten (sollen nicht durchgaren, nur Farbe bekommen), mit Salz und Pfeffer würzen und diese anschließend in einem Teller auf Seite stellen. Beim Anbraten ist wichtig, dass maximal 2/3 des Pfannenbodens bedeckt sind. Die Temperatur der Pfanne kühlt sonst zu stark runter und das Fleisch würde eher kochen als braten.



Wenn die Möhren gar sind einen Teil der Brühe abgießen (auch hier wieder: je nachdem wie soßig man das ganze am Ende haben möchte). Wenn die verbliebene Brühe sehr flüssig ist, kann man diese nun mit Soßenbinder oder Mehlbutter (Butter mit Mehl verknetet zu Kügelchen geformt) nocheinmal abbinden. Alternativ könnte man das ganze auch ohne Deckel reduzieren. Sahne und die Fleischstreifen dazu geben und auf kleiner Flamme etwa 10 Minuten köcheln lassen. Unterdessen den Basilikum hacken (muss nicht hauchfein sein! Außerdem verwende ich persönlich die Stiele mit - die bergen den intensivsten Geschmack) und nach 5 Minuten Kochzeit dazugeben. Das Ganze mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Reis oder Nudeln servieren. 


Wer kein großer Fan von Schweinefleisch ist, kann das Gericht auch mit Pute oder Huhn machen. Rind würde ich weniger empfehlen, da es vom Geschmack her zu dominant sein dürfte.


Das Schöne an dem Gericht ist, das man relativ einfache Aromen verwendet (im Grunde hier nur Möhre, Basilikum, Brühe, Salz + Pfeffer sowie der Geschmack vom Fleisch) und durch die recht außergewöhnliche Kombination ein ganz tolles Ergebnis bekommt - das auch mal was anderes ist.

Da ich grad in Urlaubsvorbereitung Spanisch lerne:

¡Que aproveche!


xoxo
Gwen


Montag, 15. Juli 2013

Cape Town Mango-Curry

Im Verlauf des letzten Jahres habe ich, wie bereits an einigen geposteten Rezepten zu erkennen, fröhlich angefangen in der Welt der Currys zu experimentieren.
Das was heute aus einer spontanen Laune heraus auf den Tisch kam ist aber wohl mit Abstand eines der besten geworden, die auf meinem Herd bisher verweilt haben.
Das Ganze geht auch ganz flott, in einer halben Stunde ist im Prinzip alles fertig.
Was Kapstadt damit zu tun hat, weiß ich auch nicht so genau. Irgendwann habe ich mal ein ähnliches Rezept quer gelesen und irgendwie muss ich ja meine verschiedenen Currys auseinanderhalten.
 
Cape Town Mango-Curry



Für 3-4 Portionen brauchen wir:

- 500g Hähchenbrust, ausgelöst
- 1 reife Mango (reif = nachgiebig beim drücken, bzw. fühlt sich weich an)
- 1 Zwiebel
- etwas Öl
- 1 EL Currypaste, rote
- 1Stück Ingwer, ca. 3x3 cm
- 2 Knoblauchzehen
- 2 Chilis
- 1 TL Kurkuma
- 1 TL Cumin (Kreuzkümmel)
- 1 TL Koriander, gemahlen
- 1 Dose Kokosmilch, ungesüßt (entspricht 400ml)
- Saft einer Viertel Zitrone
- 2 TL Aprikosenmarmelade oder -Chutney
- etwas frischen Koriander
- Salz und Pfeffer

Als erstes die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Währenddessen in einem flachen Topf einen Schuss Öl erhitzen. Die Zwiebelwürfel dazugeben und auf mitlerer Flamme glasig garen. In der Zeit den Knoblauch und den Ingwer schälen und fein hacken und die Chilis ebenfalls mithacken (wer es nicht ganz so scharf mag nimmt entweder eine Chili weniger oder entkernt die Schoten zuvor). Ingwer, Chili und Knoblauch zu den Zwiebeln geben und alles sanft garen bis es ganz leicht bräunt. Hier nun die Currypaste unterrühren und etwas anrösten lassen. Die Gewürze ebenfalls mitrösten.
Das Huhn von den Sehnen befreien und in mundgerechte Würfel schneiden, anschließend mit in de Topf geben und gut mit der Gewürzpaste verrühren.Den Zitronensaft hinzufügen.
Wenn das Huhn leicht angegart ist (also weiß wird) die Kokosmilch dazugeben, umrühren, Deckel draufsetzen und alles für 10 Minuten köcheln lassen.
In der Zeit die Mango schälen, den Kern herausschneiden und das Fruchtfleisch würfeln. Den Koriander grob hacken (evtl. ein paar Blätter für die Deko übrig lassen)
Nach den 10 Minuten die Mangowürfel und den Koriander dazugeben, anschließend weitere 5 Minuten köcheln lassen und zum Schluss mit der Aprikosenmarmelade, Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab es bei uns eine Reismischung aus Basmati-, Wild- und rotem Reis. Gut würde aus Couscous als Beilage passen.
Fotos vom Kochprozess gibt's diesmal nicht, da ich das alles so flott nebenbei gemacht habe. Aber das Endergebnis zählt ;)

xoxo
Gwen

Donnerstag, 27. Juni 2013

Sommerliche Ingwerlimonade

Sommer ist wenn man trotzdem lacht...
das sangen zumindest die Wise Guys vor einigen Jahren. Auch wenn es draußen gerade nur 13°C sind, sei davon auszugehen, dass sich Temperatur und Sonneneinstrahlung in den nächsten Wochen doch wieder deutlich erhöhen werden. 

In fernen Ländern sind die Leute schon früh auf den genialen Trichter gekommen, dass bei starker Außenhitze vor allem heiße Getränke den Körper insgesamt abkühlen. Für uns in deutschen Gefilden ist dies allerdings oft ein zu abstruser Gedanke. Was stattdessen auch hilft ist ein wenig Schärfe.

Außer Chili, Pfeffer und Konsorten findet sich eine angenehme Schärfe in der Ingwerwurzel.

Das Wort 'Ingwer' kommt übrigens aus dem althochdeutschen 'gingibere' (na, sieht da wer die Verwandtschaft zum Englischen?) bzw. lateinisch 'zingiber'. Im ursprünglichen Altindisch ist die Bedeutung 'hornförmig'.
Hierzulande wird in erster Linie die Wurzel der Pflanze verwendet, in anderen Ländern (v.a. Süd- und Ostasien) werden auch die jung geernteten Blätter verwendet.
Ingwer hat eine stark antibakterielle Wirkung. Er bringt eine angenehme Schärfe und fördert außerdem die Durchblutung. Außerdem wird Ingwer eine aphrodisierende Wirkung zu geschrieben - na, wenn das mal nichts ist ;)


Wer frischen Ingwer kauft sollte darauf achten, dass die Wurzeln noch schön fest sind. Weich gewordener Ingwer könnte innen bereits gammeln und diesen Geruch wünscht sich niemand im Kühlschrank. Ansonsten hat Ingwer ein leicht zitronig-scharfes Aroma und eine ganz eigene Note. Verwenden kann man ihn besonders gut in asiatisch und orientalisch angehauchten Gerichten. Besonders gut macht er sich auch beim Ansetzen von Brühen oder Suppen, außerdem zählt er zu den klassischen Gewürzen in Lebkuchen (engl. = Gingerbread).
Meine aktuelle Lieblingsverwendung ist eine schnell gemachte und besonders erfrischende

Sommerliche Ingwerlimonade

Wir brauchen:
- 1 L kochendes Wasser
- ein nicht zu kleines Stück Ingwer (darf ruhig um die 6x4cm o.ä. haben)
- den Saft einer Zitrone (oder etwas mehr)
- 2 gehäufte EL Zucker (oder man verwendet äquivalent Honig; da hab ich aber die passende Menge noch nicht ausprobiert)

Den Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. In eine große Karaffe geben, Zitronensaft und Zucker dazu geben, mit dem kochenden Wasser übergießen (hierbei löst sich v.a. der Zucker auf), auskühlen lassen und in dem Kühlschrank stellen. Eiskalt servieren.

Entstanden ist dieses Rezept an einem der bisher rar gesähten Sommertage in völliger Not, da nichts zu trinken im Haus war.

Ideen für weitere unkomplizierte und leckere Sommergetränke (auch gerne alkoholischer Natur) können gerne an mich gerichtet werden!

xoxo
Gwen


Disclaimer: ausnahmsweise ist das oben verwendete Foto nicht von mir selbst geschossen worden, sondern aus der Googlebildersuche lizenzfreier Bilder ausgespuckt worden.