Samstag, 23. Februar 2013

Lasagne alla famiglia

Manche Gerichte sind Glaubenskrieg. Jeder hat sein eigenes Rezept, in langer Familientradition geerbt oder mitgebracht als Geheimrezept einer italienischen Nonna aus dem Süden des schönen Landes.... In diese Kategorie von umstrittenen Rezepten gehören definitiv Bolognese, Carbonara und vor allem Lasagne. 
Um letztere soll es heute gehen, denn sie ist das Lieblingsgericht meines Bruders und eines der ersten Gerichte die ich jemals zu kochen gelernt habe. Wie man sich hierbei schon denken kann, gibt es bei mir nicht die komplizierte Version einer Lasagne Bolognesi mit stundenlang gekochter Soße, sondern eine leicht vereinfachte Variante, die dennoch wahnsinnig lecker ist.



Lasagna alla ricetta famigliare

Wir brauchen (für 6 Portionen)

- eine große Flache Auflaufform, rechteckig
- eine Packung Lasagneplatten (ich nehme immer die von Barilla, da ich mit anderen Marken teilweise wirklich Probleme bzgl. der Garung bekommen habe...)
- ca. 200g Streukäse (Gouda, Mozzarella oder das was man gere mag. Nur bitte nicht diese Mischungen mit 'Pizzakäse' kaufen. Da könnten sie auch direkt 'Analogkäse' draufschreiben)
 
- 500g gemischtes Gehacktes oder reines Rinderhack (letzteres ist magerer)
- 1 große Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Dose gehackte Tomaten á 400g
- 2 Päckchen/Dosen passierte Tomaten á 500g
- Tomatenmark
- Thymian, Oregano, ggf. Kräuter der Provence
- Salz und Pfeffer
- eine Prise Zucker
- evtl. ein Becher Sahne (je nachdem wie intensiv man den Tomatensoßengeschmack haben möchte. Außerdem macht Sahne die Lasagne etwas cremiger, muss aber nicht zwingend sein)

- 1 EL Butter
- 1 EL Mehl
- etwa 250ml Milch
- Salz, Pfeffer und Muskatnuss


Los geht es mit der Hackfleischsoße. Dazu nun einen großen Topf (wichtig ist v.a. eine große Bodenfläche und ein Fassungsvolumen von mind. 2 Litern) auf starker Hitze aufsetzen und einen Schuss Öl/Olivenöl hineingeben. Hier nun das Hackfleisch hineinlegen. Kurz braten lassen und dann mit einem Kochlöffel langsam zerpflücken und im Topf verteilen. Braten lassen und nicht zu wild drin herumrühren, damit der Topfboden nicht zu stark abkühlt.
Währenddessen die Zwiebel fein schneiden und anschließend zum bratenden Hack (welches zu diesem Moment schon rundum gebraten sein sollte) geben und die Zwiebeln glasig garen lassen. Nun den Knoblauch fein hacken und mitbraten. Bevor alles ansetzt und zu stark bräunt mit den gehackten und passierten Tomaten auffüllen (wer möchte kann das Bratgut auch zunächst mit einem Schuss Rotwein ablöschen, das bringt noch eine etwas andere Note dazu), etwas von allen Kräutern dazugeben, die Hitze auf etwa 1/3 runterstellen, einen Deckel auf den Topf setzen und alles für gute 20 Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit wird eine Béchamel hergestellt. Hierzu benötigen wir einen kleineren Topf, der auf etwa halber Hitze aufgesetzt wird. Die Butter wird darin geschmolzen bis sie leicht zu schäumen anfängt. Nun vorsichtig das Mehl einstreuen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Verhältnis Butter:Mehl ist dann am Besten, wenn sich die Mischung als leicht zähe Masse vom Topfrand schieben lässt. Diese nun mit einem Schuss Milch ablöschen und kräftig rühren, so dass sich alle Klümpchen lösen. Sobald es aufkocht und anfängt nachzudicken wieder einen Schuss Milch dazugeben und weiterühren... Dies so lange wiederholen, bis die Soße im aufkochen nicht mehr zu stark nachdickt und eine angenehm dicklich-gebundene Konsistenz hat. Dann noch kurz auf kleiner Flamme köcheln lassen, damit der Mehlgeschmack auskocht. Nun mit Salz, Pfeffer und gemahlener Muskatnuss abschmecken. Wer es besonders Käsig möchte kann hier in der heißen Sonne auch schon etwas Käse mit dazu geben.

Nun die Hackfleischsoße umrühren, etwas Tomatenmark dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Wer die sahnige Variante wählt gibt jetzt ganz zum Schluss einen beliebigen Schuss hinzu, so dass diese nicht mehr mitkocht (Gerinnungsgefahr!).

Jetzt den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.


Der Quasi letzte Schritt ist recht simpel. Bereitgestellt wird die Auflaufform, beide Soßen, zwei Kellen und die Lasagneplatten. Nun wird abwechselnd geschichtet. Die unterste Schicht ist eine dünne Lage der Hackfleischsoße, hier drauf kommen Lasagneplatten (Wichtig: nicht die gesamte Fläche mit Platten auslegen, sondern Platz an den Seiten lassen. Die Nudeln dehnen sich noch aus und mit zuviel Nudel wird das Ganze sonst eine sehr teigige Angelegenheit), darauf die Bechamel (die nur direkt über den Platten dünn verteilt wird) und darauf wieder die Hackfleischsoße etc. bis die Soßen aufgebraucht sind. Die letzte Schicht sollten Hackfleischoße und zum Schluss Bechamel bilden. Die fertig geschichtete Lasagne etwa 5-10 Minuten stehen lassen, so dass die Nudelplatten schon etwas Flüssigkeit ziehen können. Nun den Käse darüber verteilen und 
 das ganze für etwa 20-25 Minuten in den Ofen geben. Einfach darauf achten, wann der Käse die Farbe hat, die man gerne möchte. Nach dem Backen das Ganze noch einmal ein paar Minuten stehen lassen, so dass sich das Gericht 'setzen' kann. Also Kochprozesse abgeschlossen sind und die Konsistenz etwas zunimmt.

Mit einem großen Messer Stücke vorschneiden und servieren. 



 



Buon appetito!
xoxo
Gwen


Donnerstag, 24. Januar 2013

Gar nicht so kreatives Paprika-Rahm-Huhn

Wow.

Da dachte ich mir, nach langer Auszeit muss ich endlich mal wieder was posten und stelle fest - gestern wurden die 2000 Hits geknackt! Danke, an alle regelmäßigen Leser, die immer mal wieder hier nach dem Rechten schauen :)

Die letzten zwei Monate waren eine sehr uninspirierte Zeit, in der ich nicht viel Neues am Herd ausprobiert habe. Ein paar Fotostrecken habe ich dennoch erstellt und da wird auch mal nach und nach was an Rezepten reinpurzeln.

Heute schreibe ich euch auf jeden Fall mein Lieblingsessen der letzten paar Monate. 

Paprika-Rahm-Hähnchen




Vorweg: 

Dieses Gericht stellt nicht den Anspruch wahnsinnig leicht oder bekömmlich oder sonst was zu sein - außer wahnsinnig lecker. Ich rate hiermit auch ausdrücklich davon ab, irgendwelche Diät-Ersatz-Produkte zu verwenden. Zum einen sind diese oftmals ungesünder (aufgrund der chemischen Veränderung und dem gehäuften Vorkommen von ungesättigten/Trans-Fettsäuren) als das fettigere Original und haben beim Kochen oft andere Eigenschaften. Eine Rama schlagmichtot Cuisine mit weniger Fett bindet beispielsweise nicht.



Jetzt geht's aber los.

Für 2-3 Esser brauchen wir (die Soßenmenge reicht auch durchaus noch für locker eine Portion mehr..):

- 500g Hähnchenbrust, ausgelöst ('Filet')
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- eine Knoblauchzehe
- 2 rote Paprika
- 1 Chilischote oder etwas getrockneten Chili
- etwas Mehl
- ca.1/8L Gemüsebrühe,
- je 1 TL Paprikapulver edelsüß und rosenscharf
- ca. 1TL Tomatenmark
- Ein Becher Sahne (200g)
- Ein Becher Schmand (200g)
- Salz, Pfeffer
- Etwas Öl oder Butterschmalz



Zunächst wird das Huhn aus der Verpackung genommen und abgespült, sowie trocken getupft
(das macht man beim Huhn in der Regel nur wg. der Salmonellengefahr und da manchmal kleine Knochensplitter am Fleisch haften können). Währenddessen eine große Pfanne bei 2/3 Hitze oder etwas heißer aufsetzen und etwas Öl hinein geben. Die Hähnchensteaks evtl. mit einem leichten Schmetterlingsschnitt versehen (an der dicksten Stelle quer einschneiden und aufklappen), damit das Fleisch überall annähernd die gleiche Stärke hat.



Die Steaks in der Pfanne von beiden Seiten scharf anbraten (-> leicht bräunen lassen). Das Fleisch soll hierbei nicht durchgaren, sondern nur ein bisschen Aroma entwickeln. Von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen und anschließend in eine passige Auflaufform legen.

Während das Huhn brät die Zwiebeln schälen und in Streifen (feine) schneiden. Nachdem das Huhn aus der Pfanne genommen wurde hier im gleichen Bratensatz die Zwiebeln hinein geben, allerdings mit der Temperatur ein bisschen auf etwa 1/2 - 2/3 Hitze runtergehen. Eventuell muss noch etwas Öl nachgegeben werden, damit die Zwiebeln gleichmäßig garen. (Wer nicht so eine schöne große Pfanne (28cm Durchmesser hat meine) mit hohem Rand hat, sollte sich überlegen, die Soße in einem Topf anzusetzen -  oder den Herd zu überfluten... hmhm....

Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
 
In der Zwischenzeit die Chili entkernen, die Knoblauchzehe schälen (geht einfacher wenn man die komplette Zehe mit der flachen Seite des Messers vorher etwas andrückt), und beides fein hacken. 




Tipp: erst in feine Scheiben schneiden, mit etwas Salz bestreuen und dann hacken, mit der
flache Seite des Messers aufs Brettchen drücken, wieder hacken, usw. So kriegt man's richtig fein. 




Zu den glasig gebratenen Zwiebeln geben. Die Paprikaschoten halbieren, entkernen, Waschen und ebenfalls in Streifen schneiden und anschließend mit in die Pfanne geben. Das Ganze etwas braten lassen (je nachdem wie bissfest man die Paprika am Ende haben möchte - ich mags hierbei ganz gerne recht weich). Mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen.
Dem Pfanneninhalt nun das Tomatenmark zugeben und alles mit 1-2 EL Mehl abstäuben, dieses gut unterrühren und anschließend mit der Gemüsebrühe ablöschen. Kurz aufköcheln lassen (aufpassen, dass nichts anbrennt!) und anschließend Schmand und Sahne unterrühren. Das Ganze noch einmal aufkochen lassen und abschmecken (evtl. mit etwas Zucker den Geschmack heben und bedenken, dass durch das anschließende Backen noch etwas mehr Geschmack kommt).


 


Die Paprikasoße über das Huhn in die Auflaufform geben und das Ganze für etwa eine halbe Stunde in den Ofen verfrachten. Besonders lecker find ich es, wenn die Sahnesoße oben anbräunt.
Man kann das auch alles mit Käse überbacken - finde ich aber, obwohl ich Käseliebhaber bin, unnötig.








Dazu passen prima Bandnudeln oder Gnocchi oder einfach nur Baguette und ein Salat!


Buon appetito

xoxo
Gwen





Zum Schluss gibt es noch einen  Musiktipp von mir, der so gar nichts mit dem Rezept zu tun hat. Alle Irland-Fans sollten mal reinhören in die Compilation Ceol '10 (gibt's z.B. bei Spotify), auf der irische Künstler bekannte Songs in gälisch interpretieren.. :>

Montag, 5. November 2012

Smörebröd, smöredbröd, römpömpöm...: Schwedische Zimtschnecken!

Da es im Oktober so wenig von mir gab, gibt's heute jetzt noch ein Rezept. 
Diese super leckeren

Schwedischen Zimtschnecken (Kanelbullar)

habe ich im Oktober zweimal gemacht, weil sie so wahnsinnig lecker und einfach sind. Außerdem riecht die ganze Wohnung nach Zimt.

Wir brauchen (für etwa 16 Zimtschnecken):
für den Teig:
- 1/2 Würfel Hefe
- 1/4 L Milch
- 75g Zucker
- 1/2 TL Salz
- 1/2 TL Kardamom gemahlen
- 500g Mehl
- 75g Butter

für die 'Füllung':
- 40g Butter
- 50g Zucker
- etwa 1/2 EL Zimt
- 1 Ei
- ggf. Hagelzucker (dieser ganz grobkörnige) zum dekoriern


Das Ganze braucht ein bisschen Vorbereitungszeit. Insgesamt sollte man etwa 2 Stunden einplanen (wegen der Geh-Zeiten des Hefeteiges).
Zunächst die Milch auf Körpertemperatur erwärmen, auf dem Herd oder in der Mikro. Sie sollte auf keinen Fall zu heiß sein, da die Hefekulturen sonst sterben.
Die Hefe in einer Schüssel zerbröseln und mit dem Zucker, dem Salz und dem Kardamom vermischen. Die Milch darüber geben, umrühren und 5-10 Minuten warten, bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Nun das Mehl einrühren und zu einem Teig kneten. Den dann mit einem Küchenhandtuch abdecken und an einen warmen, zugfreien Ort stellen und hier etwa 30-40 Minuten gehen  lassen. Währenddessen die Butter zerlassen und anschließend in den Teig einkneten (das ist eine etwas matschige Angelegenheit - wenn man sie aber vorher schon zum Teig gibt kann es sein, dass dieser nicht mehr so gut aufgeht. Fett hemmt den Prozess der Hefe).





Den Teig jetzt auf einer bemehlten Fläche zu einem großen Rechteck ausrollen (meins hat eine Fläche von so ca. 25x40 cm). Der Teig sollte nicht superdünn sein, damit er nicht reißt, aber auch nicht zudick, damit man ihn noch schön füllen und aufrollen kann.


 Nun die Butter für die Füllung zerlassen und den feinen Zucker mit dem Zimt in einem Schälchen verrühren. Die Flüssige Butter auf dem Teigrechteck verstreichen und den Zimtzucker gleichmäßig darüber verteilen.






Der Teig wird jetzt längs eingerollt (nicht quetschen aber schon fest zusammenrollen), also auf der längeren Seite, so dass eine lange Rolle von etwa 40cm entsteht. Nun mit einem scharfen Messer etwa 4cm dicke Scheiben abschneiden. Bei diesen das überstehende Ende unter die Breitseite klappen und die Schnecken mit dieser Seite nach unten auf ein Backblech (mit Backpapier belegt) setzen und etwas flach drücken.

Wenn's passt etwas Platz zwischen den Schnecken lassen, da diese noch weiteraufgehen. Das Blech oben AUF den Herd stellen und hier etwa 15 Minuten gehen lassen. Den Ofen nun zum vorheizen anschalten  und auf 220°C Ober-/Unterhitze drehen (durch die Wärme, die sich bis auf Herd verteilt, gehen die Schnecken noch ein bisschen besser).

Nun das Ei in ein Schälchen schlagen und verquirlen und anschließend die Oberseite der Schnecken damit bestreichen (gibt eine schöne Farbe im Ofen und sorgt dafür, dass der Teig nicht auseinander fällt). Den Hagelzucker dekorativ darüber verteilen und das Blech auf mittlere Schiene in den Ofen setzen. Jetzt brauchen die Zimtschnecken ca. 15 Minuten (das kann von Ofen zu Ofen variieren, also auf jeden Fall ein Auge drauf haben!). Fertig sind sie, wenn die Oberseite leicht anfängt zu bräunen und sie offensichtlich noch etwas aufgegangen sind.

Am besten schmecken sie noch warm aus dem Ofen, aber auch kalt kann man sie am nächsten Tag noch gut essen (oder kurz auf dem Toaster/in der Mikro anwärmen).

Perfekt für ein herbstliches Kaffeetrinken!

xoxo
Gwen

Samstag, 3. November 2012

Experimentelles Kochen: Thailändisches Satay mit Erdnusssoße

Klopf, klopf. Ist da noch wer?
Ich weiß, im letzten Monat ist hier nicht viel passiert. Es scheint, dass die Uni mich ein wenig meiner Inspiration beraubt hat. Aber nun schreibe ich am Dienstag Klausur, und das ist doch der beste Zeitpunkt tausend andere Dinge zu finden um sich zu beschäftigen. Man könnte sonst ja tatsächlich lernen. Da der Staubsauber bereits geschwungen und der Arbeitsplatz aufgeräumt ist dachte ich mir, ich zeige euch mal was ich gestern in meiner Küche so gewerkelt habe.

Hier in Detmold gibt es eigentlich nur einen Ort um wirklich gut asiatisch zu essen und das ist der Thailänder in der Elisabethstraße 
Hier gibt es mein absolutes Liebslings-Asiagericht: knusprige Ente mit Erdnusssoße.
In Anlehnung daran, habe ich gestern etwas ähnliches leckeres gezaubert.
Bei mir gab's


Hähnchen-Satay (für Faule) in Erdnusssoße mit Reis und Asiagemüse

Satay oder Saté kommt übrigens ursprünglich aus dem Indonesischen und meint nichts weiter als auf einem Bambusspieß über dem Feuer gegrillt.
Sehr typisch ist dieses Gericht in den Niederlanden aber auch hier bekommt man es des Öfteren. 
Ursprünglich hatte ich auch vor Spieße zu machen, aber ich fand's dann einfacher, die Hühnerstreifen so zu braten, zumal ich eh kein Fan von Holzspießen in Essen bin und sowieso nicht gerne mit den Händen esse.
Jetzt aber erstmal zum Rezept.

Wir brauchen:
für das Huhn:
- 500g Hühnerbrust, ausgelöst, ohne Haut und Knochen
- 3 TL Sojasoße
- 2 TL Kejtap Manis (süße Sojasoße)
- 2 TL Limettensaft
- 4 TL Kokosmilch
- 1 2x2cm Stück Ingwer

für die Erdnusssoße (da kommt übrigens recht viel Soße bei raus, also könnte man das Rezept auch runterrechnen, aber in so kleinen Mengen find ich das immer schwieriger mit dem würzen usw...):

- 1 Dose Erdnüsse, geröstet und gesalzen (á 200g oder etwas weniger)
- 1 Zwiebel, mittelgroß
- 1 große Knoblauchzehe
- 1 Chilischote
- 1/2 TL Kurkuma
- ca. 1/4 L Hühnerbrühe
- 1/2 Dose Kokosmilch (also in etwa 200ml)

für das Gemüse (hier kann man natürlich variieren, je nachdem was man so mag):
- 2 große Möhren
- 1 Zwiebel
- 1 Paprika
- Mungbohnen-Keimlinge am besten frische, zur Not aus dem Glas

Außerdem:
- Reis, eine Kaffeetasse
- Salz und Pfeffer
- Öl


So. Los geht's in dem das Huhn mariniert wird.
Dazu erstmal die Hühnerbrüste waschen und von den groben Sehnen befreien. Dann das Fleisch in Streifen schneiden. Also längs Scheiben abschneiden. Meine hatten eine Stärke von etwa 5mm.
Nun in einem Glas die Sojasoßen mit dem Limettensaft und der Kokosmilch verrühren, den Ingwer fein hacken und dazu geben.
Die Hühnerstreifen in einen Gefrierbeutel geben und die Marinade darüber kippen. Gut miteinander verkneten, den Beutel fest zudrehen und in den Kühlschrank packen. Das ganze darf ruhig über Nacht marinieren, 2 Stunden sind aber auch okay, wenn man nicht länger Zeit hat.

Übrigens: das Marinieren im Gefrierbeutel hat den unglaublichen Vorteil, dass man viel weniger Marinade braucht als in einer Schüssel, das Fleisch muss nicht gewendet werden und der Gefrierbeutel nimmt im Kühlschrank wesentlich weniger Platz weg.

In der Zwischenzeit wird die Soße gekocht.
 

Hierzu zunächst die Erdnüsse mahlen. Dazu kann man eine Kaffeemühle verwenden oder es mit dem Pürierstab versuchen. Ich habe so einen Mixbecheraufsatz für meinen Pürierstab, damit hat das recht gut geklappt.
So oder so sollten die Nüsse recht fein gemahlen werden, so dass ein leicht klebriges Nussmehl entsteht. Wer am mahlen scheitert, oder kein passendes Werkzeug hat, kann auch Erdnussbutter kaufen und diese zur Soße geben. (Ist aber entschieden teurer)



Die Zwiebel fein hacken und in etwas Öl in einem Topf langsam braten. Da am Ende keine großen Zwiebelstücke in der Soße sein sollen ist es wichtig, die Zwiebel nicht zu scharf zu braten, da sie sonst zu schnell braun, aber nicht wirklich weich wird. Also gebt der Sache ein bisschen Zeit.

Währenddessen Knoblauch und Chili fein hacken und zur Zwiebel geben sobald diese anfängt zu bräunen. Solange braten lassen, bis der Knoblauch gut gar aber bestenfalls nicht verbrannt ist. 
 



Hier nun den Kurkuma dazugeben (wer keins zuhause hat kann es zur Not auch weglassen, oder ggf. Currypulver nehmen - das aber ohne Gewähr) und mitrösten, anschließend das Erdnussmehl dazugeben und ebenfalls kurz mitrösten. Alles mit der Hühnerbrühe ablöschen (ggf. mehr als angegeben, bzw. noch etwas Wasser dazugeben. Es sollte zwar dickflüssig sein aber auch nicht anbrennen (...das ist mir natürlich passiert...)), einen Deckel aufsetzen und alles für 10-15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zwischendurch umrühren.






Falls dochmal was anbrennt empfiehlt es sich nicht wie wild am Topfboden rumzukratzen, sondern den Inhalt erstmal in einen anderen Topf umzufüllen und darin weiterzukochen. So kann man ein Essen in der Regel noch retten.

Nach der Kochzeit die Kokosmilch aufkippen, kurz aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.





Nun geht's an's Gemüse.
Die Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden.
Die Zwiebel schälen und in Streifen schneiden.
Die Möhren schälen und in Julienne schneiden ->  in Streifen! Diese haben den Vorteil, dass sie gleichmäßiger garen mit dem anderen Gemüse zusammen.
Die Mungbohnen-Keimlinge waschen.

Für das finale fertigstellen braucht man eigentlich nur 20 Minuten.
Der Reis sollte vielleicht etwas eher aufgesetzt werden. Hier gilt wie immer: 1 Tasse Reis mit 2 Tassen Wasser und ein wenig Salz kalt aufsetzen (mit Deckel!). Sobald es kocht, die Temperatur ausdrehen und den Reis einfach ziehen lassen.

Das Huhn schonmal aus dem Kühlschrank nehmen.
Jetzt wird eine große Pfanne erhitzt (ruhig mit ordentlich Hitze) und etwas Öl hineingegeben. Nun zu erst die Möhren in die Pfanne geben und einen Moment braten lassen. Die Möhren sind am härtesten und brauchen daher am längsten von den Gemüsen.
Als nächstes folgen die Zwiebeln. Sobald diese leicht glasig werden, gibt man die Paprika hinzu, sobald diese leicht bräunt kommen die Keimlinge mit in die Pfanne. Wenn diese auch gut Hitze angenommen haben wird das Gemüse gepfeffert und mit einem Schuss Sojasoße abgelöscht. Zum abschmecken kann man noch Ketjap Manis dazu geben - ich mag das sehr gerne.
Wenn man noch andere Gemüsesorten wie Pilze oder Chinakohl dazugeben möchte, muss man sich nur über die Beschaffenheit des jeweiligen Gemüses klar werden. Wie lange ist die Garzeit dafür und an wann kommt es in die Pfanne? Schief gehen kann dabei eigentlich wenig.
Das Gemüse aus der Pfanne auf einen Teller geben und kurz warm halten. Die noch heiße Pfanne wieder auf den Herd geben und nachheizen lassen, Temperatur weiter sehr hoch lassen. Natürlich könnte man das Huhn auch parallel zum Gemüse in einer zweiten Pfanne braten, aber das ist hier ja Thai für Faule, nicht für Spülbegeisterte.

Mit einem Küchenkrepp die Marinade vom Huhn abtupfen (spritzt sonst so in der Pfanne), wieder etwas Öl in die Pfanne geben und die Hühnerstreifen einlegen. Warten bis der obere Rand des Fleisches bereits weiß, also gar wird, dann die Streifen einmal drehen und noch kurz von der anderen Seite braten. In der Pfanne pfeffern (Salz ist eigtl. durch die Sojasoße schon gegeben, ist aber Geschmackssache wie salzig man das mag).

Zum Anrichten nun einfach etwas Reis auf einen  Tellergeben, das Gemüse daneben, das Huhn oben drauf und ein paar Löffel von der Soße darüber geben.

Klingt vielleicht alles etwas kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht, da es sich super vorbereiten lässt. Und wenn man nicht so dusselig ist, wie ich es gelegentlich bin, lässt man auch weder die Erdnüsse fallen und verteilt diese in der ganzen Küche, noch lässt man die Soße anbrennen. 

Natürlich kann man das in Streifen geschnittene Huhn auch zu Satay-Spießen verarbeiten wie es eigentlich in dem Gericht vorgesehen ist. Ich war schlicht und ergreifend zu faul. Wenn man dies machen möchte sollte man nur beachten, dass die Holzspieße am besten eine halbe Stunde vor dem Aufspießen gewässert werden sollten. Sie dehnen sich hierbei aus und ziehen sich später in der Hitze der Pfanne wieder zusammen - so lässt sich das Fleisch wesentlich leichter vom Spieß schieben.

Guten Hunger!
xoxo

Gwen
 

Freitag, 5. Oktober 2012

Lecker-Süße Kalorienbombe: Bananasplit-Torte



Gleich mehreres gibt's zu feiern. Dieses mitlerweile 6 Monate alte Küchenblog hat die 1000 Aufrufe geschafft. Danke allen treuen Lesern :)


Zudem hat heute mein kleiner Bruder Geburtstag und traditionell kriegt er von mir eine Torte. Dieses Jahr wurde es eine Bananasplit-Torte, zusammengesetzt aus diversen Rezepten und teilweise selbst erdachten.
Wer sowas gerne nachmachen möchte, braucht kein besonderes Händchen für Konditorei, aber ein wenig Geduld. Los geht's erstmal mit dem Einkaufszettel.


Bananasplit-Torte

Wir brauchen:

Für den Boden:
- 5 Eier
- 5 EL warmes Wasser
- 150g Zucker
- 100g Mehl
- eine Prise Salz
- 1 EL Speisestärke
- 1 EL Kakao (also Backkakao, ungesüßt, nicht sowas wie Nesquik)

Für die Vanillecreme:
- 2 Blatt Gelatine
- 1 Päckchen Vanillepuddingpulver zum kochen (z.B. von Dr. Oetker)
- 4 EL Zucker
- 400ml Milch
- 200g Sahne, gut gekühlt
- eine Tüte Vanillezucker, bzw 1 EL
- eine Tüte Sahnesteif

Für die Schokocreme:
- 200g Puderzucker
- 30g Kakao (s.o.)
- 150g Butter, zimmerwarm
- 85g Edelbitter-/Halbbitter Schokolade (gibt's z.B. von Sarotti mit 50% Kakaoanteil)
- 60ml Sahne

Für die Glasur/Ganache:
- 150g Sahne
- 175g Edelbitter-/Halbbitter Schokolade
- 1 EL Zucker
- 75g Butter

Außerdem:
- 6 Bananen (5 für die Füllung, eine für die Deko)
- etwas Honig
- evtl. etwas Bananenlikör
- 100g Sahne (gekühlt) für die Deko, Sahnesteif und Vanillezucker
- Schokoperlen mit Knusperkern
- evtl. anderer Dekokrams

- bestenfalls ein Tortenring und eine Spritztülle

Es ist durchaus sinnvoll mit dem ganzen Spaß am Vortag anzufangen, oder sehr früh morgens am eigentlichen Verbrauchstag.

Als erstes werden die Böden gebacken.
Dazu zunächst die Eier trennen, die Eigelbe in eine große Schüssel geben und auf die Seite stellen, die Eiweiße in einer Schüssel bereit halten. Achtung, es darf kein bisschen Eigelb im Eiweiß zurückbleiben, sonst wird's nicht steif. 
Eine Prise Salz zum Eiweiß geben und mit einem Handmixer auf hoher Stufe schlagen (mit dem Schneebesen-Aufsätzen). Wenn das Eiweiß schon etwas fester wird, etwa ein Drittel von dem Zucker (also ca. 50g) dazu geben und weiter steifschlagen. Das Eiweiß ist fertig, wenn man die Schüssel umdrehen kann, ohne das etwas tropft.

Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
 
Jetzt das Eigelb mit den 5 EL Wasser und dem restlichen Zucker schlagen. Solange verrühren, bis sich die Masse deutlich vergrößert hat (dadurch das Luft untergehoben wird) und die Eigelb-Zucker-Mischung sehr cremig und hell wird. Hier nun esslöffelweise das Mehl unterrühren (oder sieben, wenn man ein geeignetes Feinsieb hat). Das steife Eiweiß mit einem großen Löffel oder Teigschaber langsam unter die Eigelbmasse heben. Nicht wild rühren, sondern nach und nach unterheben, so dass das Volumen des steifen Eiweißes nicht zerstört wird.
Der Grundteig ist jetzt fertig.
Nun hier von ein Drittel abnehmen und kalt stellen.
Die restlichen Zweidrittel des Teiges mit der Speisestärke vermischen.

Eine Springform (28cm Durchmesser) leicht fetten und ein Stück Backpapier zurechtschneiden, so dass es genau auf den Boden passt, dieses dann einlegen. Den mit Stärke verrührten Teig hier einfüllen und mit der Rückseite eines nassen Esslöffels glatt streichen. In den vorgeheizten Ofen geben und für 15-20 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen und direkt aus der Form lösen. Den Boden auf einen großen Teller stülpen und zum auskühlen an die Seite stellen. 
Den restlichen Teig mit einem EL Kakao vermischen und die Form wie zuvor vorbereiten (kurz spülen, abtrocknen, fetten, Backpapier). Den Teig in die Form geben, glatt streichen und für ca. 15 Minuten backen.
Rausnehmen, aus der Form nehmen und ebenfalls auskühlen lassen.





Weiter geht's mit der Vanillecreme.
400ml Milch (ja, das sind 100 weniger als normalerweise für den Pudding genommen werden, das muss so) in einem Topf auf den Herd geben und aufsetzen. Die beiden Gelatineblätter in kaltem Wasser in einer kleinen Schüssel einweichen (5 Minuten reichen dafür)
Das Puddingpulver mit den 4 EL Zucker verrühren und mit ca. 6 EL von der Milch glattrühren. Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen und das verrührte Puddingpulver einrühren. Wieder auf den Herdstellen, die Gelatine ausdrücken und dazugeben, unter rühren etwa eine Minute auf kleiner Flamme kochen lassen. Pudding in eine große Schüssel (kühlt schneller aus) umfüllen und an die Seite stellen. Runterkühlen lassen und dabei immer etwas umrühren, damit sich keine Haut bildet. Sobald es nicht mehr knall heiß ist, in den Kühlschrank stellen (etwa eine halbe Stunde reicht).
Die Sahne mit dem Vanillezucker und dem Sahnesteif steif schlagen und kalt stellen. 
Sobald der Pudding abgekühlt ist, die geschlagene Sahne unterheben.

Während die Vanillecreme abkühlt, wird die Schokocreme erstellt.
 Die Schokolade im Wasserbad schmelzen (in einem größeren Topf 2 Finger breit Wasser auf 2/3 Hitze aufsetzen und einen kleineren Topf darüber setzen, hier die Schokolade reingeben. Durch den heißen Wasserdampf wird sie langsam geschmolzen und kann nicht anbrennen).
Die Butter mit einem Handmixer aufschlagen, die flüssige Schokolade dazugeben und mit der Butter verschlagen (sollte eine zähflüssige - flüssige Masse ergeben). Hier den Puderzucker und den Kakao unterrühren bis eine glatte Creme entsteht. Die creme ist realtiv fest und recht süß. Wer möchte kann  etwas weniger Zucker nehmen und den Schokoladengehalt etwas erhöhen.

Jetzt wird gebastelt.
Den hellen, dickeren Boden länger halbieren, so dass zwei Böden entstehen (mit einem sehr großen, scharfen Messer vorsichtig durchschneiden).
Den unteren Boden auf einen großen Teller leben und den Tortenring darum spannen (wer keinen hat und/oder auftreiben kann [habe meinen von der Firma Zenker für 3,99 € gekauft] kann auch den Rand der Springform nehmen, der ist aber nicht ganz hoch genug.
Die 5 Bananen für die Füllung schälen und in Scheiben schneiden. In einer Schüssel oder einem tiefen Teller mit etwas Honig (ca. 1 EL) und ggf. etwas Likör marinieren. Auf dem Boden verteilen. Darauf eine Hand voll Schokoperlen verstreuen und anschließend die Vanillecreme darauf geben.

Auf die Vanilleschicht kommt nun der Schokoladenbiskuit. Diesen einfach im ganzen darauf legen.
Als nächstes wird die Schokocreme auf dem Schokoboden verstrichen. Hier drauf kommt abschließend die andere Hälfte des hellen Bodens.






Das Innenleben der Torte ist nun quasi fertig. Damit wandert sie erstmal in den Kühlschrank und darf dort für mindestens 4 Stunden (oder wie bei mir über Nacht) verweilen.







Beinahe als Abschluss geht's jetzt an die Ganache (-> Kuvertüre-Sahnecreme, ein perfekter Tortenüberzug, der nicht so knackig fest wie Kuvertüre wird aber fest genug zum schneiden; auch als Füllung geeignet).
Die Sahne in einem kleinen Topf kurz aufkochen und vom Herd nehmen. Den Zucker, die Schokolade (in Stücken) und die Butter in die heiße Sahne geben und solange rühren bis eine glatte, dickflüssige Masse entsteht. 




 
Die Torte aus dem Kühlschrank nehmen und den Tortenring lösen (vorher mit einem Messer drum herum schneiden). Die Hälfte der Ganache oben drüber kippen und mit einem Teigschaber zu den Rändern streichen und auf den Seiten verteilen. Die restlichen Ganache drüber geben und gleichmäßig verteilen. Torte wieder für 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Die Deko-Sahne mit Sahnesteif und Vanillezucker steif schlagen. In eine Spritztülle mit Sternaufsatz geben und drum herum die Torte dekorieren, die Dekobanane in Scheiben schneiden, diese mit Honig marinieren (damit sie nicht braun werden) und die Torte damit dekorieren.

Und das war's dann auch schon. Kompliziert ist eigentlich nichts so wirklich, aber es sind schon viele, viele kleine Schritte, die das ganze recht aufwendig gestalten. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall zwischendurch, alle Schüssel und Besteck so wie die Arbeitsfläche zu spülen, ansonsten wird das End-Chaos wohl zu erschlagend. Meine Küche sah eigentlich die ganze Zeit recht vorzeigbar aus - aber ich wollte ja auch nebenbei Fotos für dieses Rezept machen und habe mich gezwungen, zwischendurch sauber zu machen ;)

Die Geburtstagsgäste haben sich auf jeden Fall sehr über die Torte gefreut und waren alle begeistert - und ich bin froh, dass ich erstmal ein Jahr keine Torte mehr machen muss.



xoxo Gwen

Freitag, 21. September 2012

Quickrezept: Schnelles Körnerbrot



Ich habe heute mal wieder das Experiment Backstube gespielt. Da das Ergebnis mich so dermaßen vom Hocker haut, will ich es direkt der Welt mitteilen. Gebacken habe ich größtenteils nach diesem Rezept, mit ein paar Anpassungen.

Es gibt:





Schnelles Körnerbrot

Wir brauchen:

- 500g Dinkelmehl (gibt's ganz normal im Supermarkt; nach Originalrezept soll man Dinkel-Vollkornmehl nehmen)
- einen Würfel Hefe oder 2 Tüten Trockenhefe
- 100g Kürbiskerne, 50g Sonnenblumenkerne
- 500ml Wasser
- 2 TL Salz 
- 2 EL Fruchtessig (Ich hab Pfirsich-Balsam
essig verwendet)

- eine Kastenform (meine hat die Maße 23x8cm)

Jetzt geht's ganz flott.
Einfach das Mehl, Salz und Hefe in einer großen Schüssel verrühren, Wasser und Essig nach und nach dazugeben und mit einem Handmixer gut verrühren. Die Körner mit dazugeben (einen EL voll rauslassen) und gut unterrühren.

Die Kastenform leicht ausfetten (dazu einfach ein Küchenkrepp mit etwas Butter durchwischen) und Backpapier zurechtschneiden und in der Form auslegen.



Den Teig in die ausgekleidete Form geben, mit einem Messer einen tiefen Schnitt längs durch machen (genau den habe ich nicht tief genug gemacht, wie man auf den Bildern sieht) und die restlichen Körner auf dem Brot verteilen (und leicht andrücken).











Das Brot auf einen Rost auf mittlerer Schiene in den kalten (!) Ofen stellen, erst dann den Ofen anschalten auf 200°C Ober-/Unterhitze und das Brot eine Stunde backen.

Aus der Form kippen und das Backpapier abziehen, kurz auskühlen lassen und genießen. Mjam.

xoxo 
Gwen

Krustenbraten extra knusprig mit Gelinggarantie

 

In südlicheren Gefilden Deutschlands wird morgen eines der größten Massenbesäufnisse der Welt eingeläutet: das Oktoberfest. Traditionell gibt es in München und Umland nicht nur zu diesem Zwecke deftig-bairische Kost. Um heute mal zu zeigen, dass die Bayern das Rad nicht erfunden haben und wir 'Preißn' auch großartige Hausmannskost fabrizieren können, gibt's aus meiner Küche heute einen







Krustenbraten extra knusprig mit Gelinggarantie!

Wir brauchen
- einen Krustenbraten, ergo einen Schweinebraten mit Schwarte. Am besten Hals/Nacken, Schulter oder Bauch; Schweinerücken geht auch, aber bei einem Braten darf es ruhig ein bisschen fettiger sein, sonst kann es schnell trocken werden. Der Krustenbraten kann gepökelt sein, muss es aber nicht.

- Salz, Pfeffer
- ein scharfes Messer und eine große Pfanne
- evtl ein Ofenthermometer (so ein tolles wie meines, das sowohl die Kerntemperatur vom Fleisch als auch die tatsächliche Temperatur im Ofen anzeigt gibt's schon für 11 Euro bei Amazon) 

wer eine leckere Soße dabei rausbekommen möchte braucht außerdem:
- einen Bund Suppengrün (also ein Stück Knollensellerie, 2-3 Möhren, eine halbe Stange Lauch, evtl. ein paar Petersilienstängel und ein Stückchen Blumenkohl
- 2-3 mittelgroße Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Pimentkörner
- 2 Stängel Thymian
- eine Flasche (0,33L) Schwarzbier/sehr dunkles, malziges Bier 




Der Braten kocht sich ganz einfach, alles was man braucht ist ein bisschen Zeit.

Zunächst wird der Braten mit der Schwarte nach unten in eine große Pfanne gelegt und Wasser aufgefüllt, so dass nur die Schwarte darin schwimmt (nicht das Fleisch, das soll ja noch nicht garen). Nun die Pfanne auf den Herd setzen und auf mittlere Stufe anstellen, sobald das Wasser heiß ist auf kleinste Stufe runterstellen. Das Ganze wird jetzt einfach für gut 1,5 Stunden so stehen gelassen.




Währenddessen für die Soße das Suppengrün grob zerteilen (geschält werden muss eigtl nur der Sellerie, weil der immer noch Erde dran hat und die äußersten Blätter vom Lauch sollten ab, der Rest kann einfach kurz abgewaschen werden), die Zwiebel schälen und achteln, den Knoblauch schälen und halbieren. 







Den Braten nach der vergangenen Zeit auf der Fleischseite mit grobem Pfeffer und Salz einreiben, dann aus der Pfanne nehmen und auf ein großes Brett setzen (Schwarte nach oben). Durch das Wässern ist die Schwarte jetzt ganz weich geworden und wird mit einem scharfen Messer in Rauten geschnitten. Das sollte jetzt klappen wie durch Butter zu schneiden (wenn man das ganze nicht wässert kann man sich fröhlich einen abbrechen oder direkt mit einem Teppichmesser zu Werke gehen, das klappt alles nicht so schön). Jetzt die Schwarte pfeffern und salzen und die Gewürze in die Lücken einreiben.

Den Backofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen.



Das Wasser entsorgen und die Pfanne vom Fleisch kurz trocken wischen und auf höchster Stufe erhitzen. Einen Schuss Öl hinein geben und das Soßengemüse, sowie die Pimentkörner und die Lorbeerblätter sehr heiß ein paar Minuten anrösten. Das Gemüse soll richtig Farbe bekommen und sollte dunkelbraun an einigen Stellen sein, für ordentlich Geschmack sind die Röststoffe wichtig, die sich dabei entwickeln.
Das Gemüse nun in eine feuerfeste Form geben (bei mir der Deckel meines Bräters, es geht aber auch ein offener Bräter oder einfach ein tiefes Backblech. Auflaufformen sind eher ungünstig, da diese ja aus dickem Ton sind und auf die Temperatur unterschiedlich reagieren). Das Fleisch mit der Schwarte nach oben auf das Gemüsebett setzen.







Die noch heiße Pfanne mit dem Bier (ich hab diesmal ein ganz lippisches genommen, "Dat
Schwatte" von der Liebharts Brauerei) ausspülen (kurz aufkochen lassen, damit sich der Bratensatz löst)  und das Bier über das Fleisch geben. Noch etwas Wasser auffüllen. Die Thymianzweige oben auflegen und das Ganze ab in den Ofen verfrachten (der Rost sollte im unteren Drittel stehen).








Nach etwa einer halben Stunde fängt die Schwarte an zu poppen wir Popcorn. Ganz langsam geht das los, dann wird die Temperatur auf 180°C gestellt und so verweilt der Ofen für weitere 1,5 Stunden (die Kerntemperatur vom Fleisch sollte je nach Teilstück (also z.B. für in disem Fall Nacken) 70-75°C haben.

Am Schluss sollte die Schwarte weiterpoppen, falls das nicht gleich passiert, die Temperatur wieder etwas höher drehen, bzw den Braten im Ofen auf eine höhere Schiene setzen.



Den Braten anschließend auf die Seite stellen und die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen Topf geben, aufkochen und etwas einköcheln oder ggf. abbinden und würzen.

Dazu passen Spätzle oder Semmelknödel oder Salzkartoffeln, sowie jegliche Art von Kohlgemüse. Man kann den Braten auch ohne Soße machen und mit Kartoffelsalat oder als Backschinken im Brötchen essen.

Guten Hunger!
xoxo
Gwen