Dienstag, 15. Juli 2014

Urban Guardening - Grünzeug zum Mitnehmen und Angucken in Detmold

Zum Kochen komme ich in letzter Zeit einfach nicht so oft, wie ich es gerne hätte. Und wenn dann gibt es meistens wenig Kreatives- eher schnell und lecker und Rezepte, die ich aus dem FF mache.
Aber schon vor einer Weile habe ich etwas gesichtet, dass hier eigentlich ganz gut hinpasst...

"querbeet" rockt mit Urban Guardening Detmold



 In Detmold hat sich die Aktion "querbeet" ausgetobt. "querbeet" ist eine ehremamtliche Gärtnertruppe, die Detmold bunter machen wollen. An der Straßenecke Leopoldstraße/Hornsche Straße haben die Jungs und Mädels bereits eine wunderschöne Wildblumenwiese gesät, die jetzt in voller Blüte steht. Wenn ich da die Tage mal wieder vorbei komme, mache ich davon auch noch ein Foto.
Auf dem Bild hier ist der Kräutergarten vor dem C&A Parkplatz am Hornschen Tor zu sehen. Hier hat die Gruppe diverse Kräuter (Thymian, Rosmarin, Minze...) und andere Verzehrpflanzen gesät - für jeden zum Pflücken. 
Die Idee finde ich unglaublich toll! Thumbs up von mir.

Wer (im Gegensatz zu mir) einen grünen Daumen hat und sich "queerbeet" anschließen will, kann sich unter querbeet-detmold@t-online.de melden!

xoxo
Gwen

Sonntag, 22. Juni 2014

Upside Down: Tarte Tatin mit Apfel und Rosmarin



In letzter Zeit habe ich einfach ein Herz für Süßes.
Heute habe ich mich von einem französischen Klassiker inspirieren lassen und das ganze etwas frischer gemacht.


Tarte Tatin mit Apfel und Rosmarin




Wir brauchen:
-        - Einen großen Apfel
-        - Zucker
-        - Blätterteig (2 Platten von dem gefrorenen oder den aus der Kühlung)
-        - 6 Nadeln Rosmarin
-        - Ein Stich Butter
-         - 3 EL Créme Fraîche
-         - ½ Vanilleschote

 

Etwas Zucker in eine ofenfeste (also eine, die keine Kunststoffgriff hat ;) ) Pfanne (24cm Durchmesser) geben, so dass der Pfannenboden knapp bedeckt ist. Den Rosmarin fein hacken und auf dem Zucker verstreuen. Nun den Apfel schälen, entkernen und in Scheiben (2-3mm) gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Nun noch ein ganz bisschen Zucker über die Äpfel streuen. Die Pfanne auf mittlere Hitze auf den Herd stellen.


Den Ofen derweil auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Sobald der Zucker anfängt zu ‚blubbern‘, die Hitze etwas runter stellen und die Äpfel im Zucker köcheln lassen. Sobald der Zucker anfängt zu bräunen gut aufpassen! Von braun zu verbrannt geht es sehr schnell.
Wenn eine schöne goldbraune Farbe des Zuckers erreicht ist, die Pfanne von der Hitze nehmen und einen Stich Butter dazugeben.


Den Blätterteig ausrollen und in eine halbwegs runde Form bringen. Anschließend über die Äpfel in die Pfanne legen und mit einer Gabel ein paar Mal einstechen. Die Tarte in den vorgeheizten Ofen stellen und für 30 Minuten backen.
Vorsicht beim rausnehmen der Pfanne, nicht vergessen, wie heiß der Griff wird (ja, ich gehöre zu den Doofen, die immer wieder an heiße Pfannen- und Topfgriffe packen. Manche Leute lernen es einfach nicht!).

  

Die Tarte in der Pfanne etwa 5 Minuten abkühlen lassen und auf einen großen Teller stürzen.
Die Créme Fraîche mit ein bisschen Zucker und dem Mark der Vanilleschote verrühren und zur Tarte servieren. Mjam Mjam.
Anstelle der Créme Fraîche kann man auch Vanillesoße oder Eis dazu reichen. Auch ganz für sich selbst ist die Tarte ein tolles Dessert oder Sonntagskuchen. 

Wer es noch fruchtiger möchte, kann die Apfelmenge erhöhen und/oder statt den großen Scheiben auch schmalere Spalten schneiden (diese würden in dem Falle gleichmäßiger im Zucker köcheln).

Xoxo
Gwen

Freitag, 20. Juni 2014

Wie bei Omma: Grießpudding

Es gibt ja doch immer Gerichte, die einen unweigerlich an die Kindheit erinnern.
Bei mir ist das alles, was aus unserem Garten kam. Als Kind wurde ich immer in den Garten geschickt und konnte dort Himbeeren und Johannisbeeren ernten. Im Anschluss wurde von meiner Ausbeute Fruchtgelee und Saft gekocht. Himbeer-Johannisbeersaft von Omma war das absolute Highlight meiner Kindheit. Selbst jetzt, wenn ich davon berichte, läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Und so gibt's den auch einfach nicht zu kaufen. Bei den Supermarktpreisen von Himbeeren und co. kommt selbstkochen auch eher selten in Frage. 
Da der gute Saft damals nicht nur bei mir beliebt war, wurde damit tüchtig gehaushaltet. Mein Bruderherz und ich mussten immer betteln, damit wir eine Flasche aus dem Keller holen durften.
Meistens haben wir ihn wie einen Sirup benutzt und über unseren Grießpudding gekippt. 
Daher auch das heutige Rezept.


Grießpudding wie bei Omma






Wir brauchen (für 2 Dessert-Portionen)
- 250ml Milch
- 1 Vanilleschote
- 1 EL Zucker
- eine Prise Salz
- 50g Hartweizengrieß (Weichweizen tut's natürlich auch)

- Beeren oder Sirup oder Fruchtsoße


Das ganze geht ganz flott.
Die Milch aufsetzen. Die Vanilleschote länge halbieren, das Mark auskratzen und in die Milch geben. Die ausgekratzte Schote, den Zucker und das Salz dazugeben und alles auf kleiner Flamme langsam zum köcheln bringen. Die Vanilleschote herausnehmen (wenn man sie gut abwäscht und zum Trocknen an die Seite legt, kann man sie noch einmal benutzen oder in ein Glas mit Zucker geben um eigenen Vanillezucker zu machen). Sobald die Milch kocht den Grieß einrieseln lassen und dabei kräftig weiterrühren. Kurz quellen lassen und in Dessergefäße geben.
Ich lasse den Grießpudding am liebsten kalt werden und stürze ihn.
Wer ihn lieber warm essen möchte und nicht ganz so fest haben will, sollte etwas weniger Grieß benutzen.

Serviert mit frischen Beeren ist es fast so lecker wie mit Ommas Himbeersaft ;)

xoxo
Gwen

Chicken Pie - ein britisches Mahl

In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Gut, dass sich meine teuflischen Tendenzen eher in Grenzen halten. Mein improvisiertes Feiertagsessen hat daher etwas mehr geboten.
Eigentlich sollte es heute Spargel geben. Mit Kartoffeln und Hollandaise und Schinken oder Schnitzeln.
Leider habe ich mich gestern auf dem Wochenmarkt so sehr ablenken lassen, dass ich zwar Spargel gekauft habe (Sennenspargel für 5,90€/Kg!!!) und auch Erdbeeren (frisch gepflückt aus Heiden für 2,50€/Kg) aber ansonsten nicht so viel. Also kurzerhand heute das Vorratsregal und den Kühlschrank durchsucht und umdisponiert. Was dabei rauskam, war letztendlich ein relativ klassisches britisches Essen.

Chicken Pie with Asparagus and Mushrooms
(Hähchenpastete mit Spargel und Champignos)



Für den Teig brauchen wir:
- 125g Mehl
- 75g (kalte) Butter
- 3 EL kaltes Wasser
- eine Prise Salz

Für die Füllung:
- 200g Champignons
~ 400g Spargel
- 200g Hähnchenbrust
- 50g Bacon
- 1 Becher Créme Fraîche (200g)
- 1/8 Liter Brühe (was da  ist: Huhn, Fleisch oder Gemüse)
- 1 kleine Zwiebel
- 1 Schuss Rotwein
- 1 Zweig Rosmarin
- 1 EL gehackte Petersilie
- Salz und Pfeffer
- 1 EL Mehl

- 1 Ei

Zugegeben, so ein Pie braucht schon ein bisschen Vorbereitung. Das gute ist aber, dass man alles in Teilen vorbereiten kann und somit nicht zwingend durchgehend am Herd stehen muss.
Die Menge reicht übrigens für meine normale Auflaufform. Wer das ganze in einer Springform machen möchte, verdoppelt einfach die Mengen. Das Verhältnis der Füllungszutaten kann natürlich auch nach persönlichem Geschmack angepasst werden. Wie gesagt, ist bei mir hineingewandert, was ich gefunden habe. Ein klassischer Chicken Pie hat natürlich normalerweise einen höheren Fleischanteil. Wer mag kann zu dem Rezept noch Erbsen und/oder Möhren hinzufügen - dies hätte von der Zutatenkombination etwas von Hühnerfrikassee.

Zunächst muss der Teig vorbereitet werden, denn dieser muss eine Weile im Kühlschrank ruhen.
Die meisten Rezepte sagen, dass man mit eiskalter Butter arbeiten soll. Ich hab mit zimmerwarmer Butter gearbeitet, hier muss man sich nur bewusst sein, dass der Teig noch relativ weich sein muss, bevor er in den Kühlschrank wandert.

Wie man es auch immer machen möchte, es geht so oder so gleich los:
Die Butter in Stückchen schneiden oder in Flocken reißen und in eine Schüssel geben. Das Mehl einsieben und locker mit den Händen durchkneten/Butter und Mehl zerreiben, so dass ein feinkrümeliger Teig entsteht. Hier nun das Wasser zugeben und den Teig flott durchkneten (nicht zu lange kneten, da das Mehl sonst seine Struktur verändert und sich anders verhält. Sobald der Teig glatt geknetet ist zu einer Kugel formen und fest in Frischhaltefolie (oder einen Gefrierbeutel) einwickeln und mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Je nachdem wie fest er nach dem Kneten war, tut ihm auch eine Stunde ganz gut. Die Butter im Teig sollte wieder so weit abkühlen, dass der Teig von der Festigkeit gut zum ausrollen ist.

Während der Teig ruht, die Füllung vorbereiten.
Den Spargel nach meinem Spargelrezept zubereiten oder wie gewohnt kochen. Er sollte allerdings noch recht bissfest sein, da er später in der Füllung noch weitergart. 
Zunächst den Bacon in Streifen geschnitten in einer Pfanne mit einem Klecks Öl ausbraten bis er knusprig ist. In eine Schüssel geben und in der selben Pfanne (ohne diese zwischendurch zu spülen!) das Huhn in mundgerechten Würfeln anbraten. Es muss nicht 'totgebraten' werden, sollte aber auch nicht allzu roh sein. Ebenfalls in die Schüssel geben und weiterhin die Champignons vierteln und ebenso braten. Den gegarten Spargel in etwa 2cm lange Stücke schneiden und zu den anderen Zutaten in die Schüssel geben.

Sobald die Pilze anfangen zu garen (eventuell hierbei noch etwas Öl dazu geben, so dass nichts anbrennen kann) die Zwiebel fein würfeln und diese, sowie den Rosmarin, mitbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Alles leicht mit Mehl abstäuben und anschließend mit dem Rotwein ablöschen. Kurz aufkochen lassen und dann die Brühe hinzufügen. Die Soße etwas einköcheln lassen, so dass der Alkohol verkocht und alles eine etwas dickere Konsistenz bekommt. Nun die Créme Fraîche einrühren und die Soße zu den anderen Zutaten in die Schüssel eben. Alles verrühren und jetzt erst mit der Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken (das Salz kommt erst jetzt, da durch die Brühe und den Bacon vorher bereits ein recht hoher Salzgehalt in der Füllung ist).





Nun den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und halbieren. Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig ausrollen (nicht zu dick, etwa 3mm reichen um eine schöne Kruste zu bilden).

Eine Auflaufform ölen (oder mit Butter einstreichen) und mit dem Teig auskleiden (auch der Rand sollte bedeckt sein, bzw der Teig über den Rand gehen, so dass er später mit dem Deckel fest verschließt).







Das Ei verschlagen und den Teig damit bestreichen. Nun die Füllung hineingeben.

Die zweite Teighälfte ausrollen und über der Pastete auslegen. Die Ränder fest andrücken, so dass alles luftdicht verschließt. Eventuelle Teigreste 'dekorativ' (haha, meine Streife zeugen von höchster Kreativität!) verteilen und leicht andrücken.
Der Pie kann nun bis zur Zubereitung in den Kühlschrank wandern.

Sobald es logehen soll den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Nun die Decke der Pastete mit dem Ei bestreichen und das Ganze für etwa 35 Minuten (bis eine schöne, goldbraune Farbe erzielt ist) in den Ofen schieben.







Ich war sehr begeistert von meinem ersten 'savory pie'!


xoxo
Gwen

Sonntag, 15. Juni 2014

Blitzeis - Sommerdessert für besonders Faule

Als sich vor kurzem die Temperaturen auch in lippischen Gefilden der 30°C-Marke näherten, habe ich mal wieder ein klassisches Phänomen erlebt. Sonntag, keine Lust zur nächsten Tankstelle zu wandern und unglaubliche Lust auf Eis. Also kurzerhand mein Gefrierfach durchsucht und festgestellt, dass zwar kein Speiseeis mehr da war aber eine Tüte mit gefrorenen Beeren und mit diesem Fund kam die geniale Idee...


Blitz-Fruchteis




Wir brauchen:

- 2 handvoll gefrorene Früchte (entweder im Mischbeutel gekauft oder einfach was schmeckt selbst eingefroren)
- 2 Esslöffel Joghurt
- etwa 2 TL Vanillezucker
- evtl. eine kleine Prise Salz (Salz sorgt dafür, dass Eis länger die kühle Temperatur beibehält und gibt zusätzlich einen kleinen Geschmackskick)


Die Zubereitung dieses Eis dauert ungelogen nicht länger als eine Minute!
Alle Zutaten in eine Küchenmaschine/Moulinex/Blender geben und kräftig mixen. Eventuell zwischendurch einmal kurz den Deckel abmachen und durchrühren, so dass auch ganze Früchte die am Rand des Behälters kleben mit in die Menge geraten.
Und zaaaaaaaack - fertig. Sofort servieren bevor es schmilzt und darüber freuen, ein leckeres, gesundes Eis vor der Nase zu haben!

 xoxo
Gwen

Montag, 26. Mai 2014

Französisch für Bauern oder Boeuf Wellington mit Sauce Béarnaise

Es gibt was zu feiern! 
Nicht nur, dass im April dieses kleine Blog seinen zweiten Geburtstag gefeiert hat, auch ist es tatsächlich so, dass mittlerweile 10,000 Seitenaufrufe zusammen gekommen sind!
Wenn ich so zurückblättere auf die ersten Rezepte und Einträge und Fotos, ist das hier ein ganz schönes Sammelsurium voller Erinnerungen geworden. Daher ein dickes DANKE! an alle treuen und neuen Leser. Danke für jeden Klick, für jede Empfehlung, für jede Kritik und jede Lobhudelei. 
Durch all euer Feedback fühle ich mich als wäre ich über die Jahre an meinen Aufgaben immer ein bisschen weiter gewachsen und stelle mich auch gerne neuen kulinarischen Herausforderungen um sie mit euch zu teilen. Auf viele weitere schöne Zeiten! (Und hoffentlich bald meinen schon so lange geplanten Umzug in ein etwas moderneres und schöneres Format).

Zur Feier des Tages habe ich heute mal versucht ein paar Techniken umzusetzen, die ich zwar in der Theorie schon lange kenne aber vor denen ich bisher immer ein wenig zurückgeschreckt bin. Es gibt:

Boeuf Wellington mit Sauce Béarnaise, Spargel und geschmorten Coktailtomaten



Eigentlich kennt man es ja als Filet Wellington und durch die Pilzfarce hat es etwas leicht herbstliches. Da ich ein armes Mädchen bin habe ich das ganze heute mal versucht mit einem Rinderhüftsteak umzusetzen (wer sich nochmal erinnern möchte, wie das mit den unterschiedlichen Zuschnitten beim Rind so aussieht kann einfach noch einmal in den Fleischartikel von letztem Jahr gucken und klickt hier).  
Die klassische Zubereitung sieht ein Rinderfilet vor, das scharf angebraten und mit einer Farce (=> einer Paste) aus Champignons, Foie Gras (Gänsestopfleber) und Trüffel umhüllt in Blätterteig gebacken wird. Meine Version ist portemonaifreundlicher und schneller gemacht.


Boeuf Wellington

Wir brauchen:
- Rinderhüfte, pro Person 180-200g, am Stück (also insgesamt ein möglichst dickes Stück, da die Gefahr so geringer ist, dass es im Ofen durchgart)
- 250g Champignons oder Egerlinge
- 1 TL milder Senf
- 1 EL Schlagsahne
- Blätterteig
- Salz und Pfeffer
- etwas Öl und etwas Butter
- 1 Eigelb

Anstelle der komplizierten Farce aus dem französischen Originalrezept benutze ich eine Duxelles, also eine schlichte Champignonpaste. Hierzu werden die Champignons in Scheiben geschnitten und in etwas Butter und Öl bei mittlerer Hitze gebraten. Falls Wasser austritt sollte dieses komplett verdampfen und die Pilze eine leichte Bräunung bekommen. Nun mit Salz und Pfeffer würzen und die Pilze in einen Blender (oder eine Küchenmaschine, oder ein hohes Gefäß zum Pürieren) geben. Den Senf und etwas Sahne dazu geben und alles auf hoher Stufe zu einer feinen Paste verarbeiten. Abschmecken und erstmal an die Seite stellen.

Das Fleisch wie immer rechtzeitig, also etwa 1 Stunde vor der Zubereitung, aus dem Kühlschrank nehmen. Eine Pfanne sehr heiß erhitzen und das Steak mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Öl bestreichen (das Öl am Fleisch reicht zum braten, so muss kein weiteres Fett in die Pfanne geben werden und es spritzt nicht so). Das Fleisch von allen Seiten knallheiß anbraten, es soll nur tüchtig Farbe kriegen und noch nicht sonderlich garen. 


Den Blätterteig ausrollen und mit der Duxelles bestreichen. Hier das Fleisch drauflegen und fest verpacken, so dass der Blätterteig sich nicht an zu vielen stellen überlappt, die Packung aber dicht ist. Den Blätterteig mit dem Eigelb bestreichen und alles auf ein (mit Backpapier belegtes) Backblech geben.

Tipp: Blätterteig immer direkt aus dem Kühlschrank verarbeiten. Liegt er ein paar Minuten im warmen wird er recht klebrig, reißt schnell und lässt sich nur schwer verarbeiten.
 

Das Päckchen bei 220°C Ober-/Unterhitze im vorgeheizten Ofen etwa 20-25 Minuten backen. Wer hier sicher gehen will den Garpunkt nicht zu versauen kann mit einem Kernthermometer arbeiten (zu den perfekten Kerntemperaturen geht's hier).

Hat alles gut geklappt ist der Blätterteig fluffig und knusprig und das Fleisch noch wunderbar rosa.





 


Da der Blätterteig bereits recht kohlehydratehaltig ist, reicht eine gemüsige Beilage. Bei mir gibt's dazu leckeren Spargel aus dem Ofen und kurz im ganzen in der Pfanne geschwenkte und mit Balsamico abgelöschte Coktailtomaten.
Für den AHA-Effekt sorgt aber noch eine leckere selbst gemachte Sauce Béarnaise, die sowohl zum Spargel als auch zum Fleisch hervorragend passt. Béarnaise ist einer Hollandaise sehr ähnlich. Sie sind beide Soßen die auf einer Eigelb-Butter-Emulsion basieren und die heutzutage mittlerweile von den meisten Menschen aus dem Tetrapack genossen werden. Eine frisch gemachte Béarnaise ist auf jeden Fall ein Hingucker am Tisch und ein besonderes Geschmackserlebnis. Sie passt übrigens auch richtig gut zu selbstgemachten Pommes (die hab ich gestern gekocht und darüber poste ich auch noch in naher Zukunft).

Sauce Béarnaise

Wir brauchen:
- 1 Schalotte (oder notfalls eine halbe kleine Zwiebel)
- 1 EL Estragon (am besten frischen)
- 1 EL Kerbel und Petersilie
- 1/8 Liter Weißwein
- 1 EL Weißweinessig

- 2 Eigelb
- 125g Butter
- Salz

Zunächst müssen wir eine Reduktion erstellen. Dazu die Kräuter, die Schalotte, den Weißwein und den Essig in einen kleinen Topf geben (es muss nichts angebraten werden) und auf mittlere Hitze stellen. Alles köcheln lassen, bis etwa die Hälfte der Flüssigkeit verdampft ist (das hat bei mir in etwa 20 Minuten gedauert). Anschließend durch ein feines Sieb geben und die Reduktion auffangen.

Die Butter auf kleiner Temperatur in einem Topf zerlassen und ggf. klären in dem man sie durch ein Küchenkrepp gibt (um die Molke zu trennen). Es geht theoretisch auch ohne klären, kann aber evtl. dazu führen, dass die Soße sich später trennt.

Nun einen Topf mit etwas Wasser aufsetzen und zum Siedepunkt bringen (das ist der Punkt, an dem das Wasser gerade so anfängt zu köcheln ohne zu sprudeln). Eine Schüssel (Plastik oder Glas finde ich am besten geeignet) darüber setzen, so dass sie nicht das Wasser berührt aber von dem Wasserdampf erwärmt wird. Hier drin die Eigelbe und die Reduktion geben und kräftig schaumig schlagen, so dass sich das Volumen deutlich vergrößert. Aufpassen, dass das Ei nicht stockt oder gerinnt!

Immer kräftig mit dem Schneebesen weiterschlagen und Tropfen für Tropfen die flüssige Butter einrühren. Sobald die Soße ein wenig Konsistenz bekommen hat, kann man die Butter in einem langsamen Strahl dazugeben.

Ganz zum Schluss die Sauce Béarnaise mit Salz und ggf. Pfeffer abschmecken und noch ein paar frische, gehackte Kräuter unterrühren. So richtig knall heiß ist die Soße natürlich nicht, und es empfiehlt sich auch nicht sie aufzuwärmen ;) aber lecker ist's trotzdem allemal.
Übrigens noch ein Tipp am Rande: Auch wenn hier rohe Eigelbe verarbeitet werden, sind diese am Ende der Produktion natürlich nicht mehr 'roh'. Eigelb stockt bei einer Temperatur von 68°C - durch das Aufschlagen über heißem Wasserdampf wird eine Temperatur die knapp darunter liegt erreicht. Große Angst vor Salmonellen braucht man hierbei nicht zu haben, zu mal diese i.d.R. nicht im Ei angesiedelt sind, sondern über die Schale transportiert werden. Also nach dem Eier aufschlagen immer schön die Hände waschen!

Bon Appetit Mesdames et Messieurs!

Yvonne

Australische Pavlova (Baisertorte mit Früchten)

Zur Feier des Tages gibt es heute sogar noch einen zweiten Post. Quasi als Dessert zum vorhergehenden Rind habe ich mir eine leckere australische Süßspeise ausgesucht, die wunderbar in den Sommer passt.
Wer hätte gedachte, dass Australier kochen können?
Das Dessert kenne ich allerdings von einer Familienfeier vor einigen Jahren von weit entfernten Verwandten, deren Namen ich nicht kenne (das ist ungefähr so wie "kennst du nicht den Film? Ich hab grad den Titel vergessen und äääh wer spielt denn da nochmal mit... ach mit dem... du weißt schon").

Im Original nennt sich das folgende Baiserküchlein


Australische Pavlova




Mutmaßlicherweise wurde es kreiert als in den 1930ern die berühmte Ballettänzerin Anna Pawlowa dort einige Gastauftritte spielte. Zu ihren Ehren soll dieses besonders leichte, luftige und leckere Pavlova benannt worden sein.
Es handelt sich dabei um eine Torte, die aus Baiser gebacken ist und mit geschlagener Sahne und Früchten garniert ist. Das besondere hierbei ist, dass das Baiser von außen knackig sein sollte aber im Anschnitt innen eine leicht Marshmellow-artige Konsistenz haben soll. Es geht hier also nicht um so staubtrockenes knierschendes Baiser wie vom Bäcker, sondern um ein ganz leichtes Törtchen das auf der Zunge zerfällt.
Klingt schwieriger als es ist!
Da ich eine ganze Torte zu groß finde, um sie mal eben als Dessert für 2 Leute zu machen, habe ich das Rezept halbiert und kleine Törtchen gebacken. 
Ergo: Wer eine große Torte haben will verdoppelt die Zutaten und verlängert die Ofenzeit um 10 Minuten.

Wir brauchen: 
- 2 Eiweiß
- 140g Zucker
- 1/2 TL Weißweinessig 
- 1 TL Speisestärke

- 1 Becher gekühlte Schlagsahne
- 2 TL Vanillezucker (oder 1 Pck.)
- eine kleine Prise Salz
- Früchte


Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Jetzt die beiden Eiweiße in einer sauberen (!) Schüssel mit sauberen (!) Aufsätzen des Handmixers aufschlagen. Es darf wirklich kein Tröpfchen Eigelb oder Fett in der Nähe sein, sonst wird da Eiweiß niemals fest. 
Sobald das Eiweiß steif ist (Test: Die Schüssel kopfüber drehen. Das Eiweiß sollte sich nicht bewegen und schon gar nicht erst rausrutschen) nach und nach in homöopathischen Dosen den Zucker einrieseln lassen und dabei auf kleiner Stufe weiterschlagen.
Zum Schluss den Essig und die Stärke vorsichtig unterheben. 
Nun entweder freihand oder mit einem Spritzbeutel 2-3 Küchlein mit etwa 3cm Höhe auf ein mit Backpapier belegtes Blech bugsieren. 
Den Ofen auf 100°C runterstellen und das Blech auf die mittlere Schiene geben. Die Baisers hier für etwa 50 Minuten backen/trocknen. Sie sollten bestenfalls schön weiß bleiben aber eben diese leichte Festigkeit bekommen. Den Ofen ausschalten und die Ofentür einen Spalt aufmachen. Nun die Baisers im Ofen auskühlen lassen (so garen sie noch einen Moment nach und können sich 'setzen').

Die Schlagsahne anschlagen, dann den Vanillezucker und eine ganz kleine Prise Salz dazugeben und die Sahne steif schlagen. Sie Sahne auf die Baisers verteilen und Früchte darauf dekorieren. 
Da sie hier grad die Saison beginnt habe ich Erdbeeren gewählt. Man kann auch wunderbar Waldbeeren nemen, Johannisbeeren oder Himbeeren. Oder um der Süße vom Baiser entgegenzuwirken etwas eher säuerlicheres wie Passionsfrucht oder Kiwi!

Leckere kleine Sünde.. mhmmhm...

Yvonne